US-Steuerreform: Unternehmen wollen Schulden abbauen

Die kürzlich in den USA verabschiedete Steuerreform ist in aller Munde, zielt sie doch darauf ab, Investitionen in den USA deutlich attraktiver zu machen. Ein wesentlicher Bestandteil der Steuerreform ist die Senkung der Körperschaftsteuer von 35 auf 21 Prozent; dieser niedrige Satz soll nicht zuletzt ausländische Unternehmen dazu veranlassen, Produktionswerke in den Vereinigten Staaten zu errichten und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Ein anderer Teil der Reform hingegen spricht gezielt amerikanische Unternehmen an: Diese würden von einer einmaligen Steuervergünstigung profitieren, wenn sie im Ausland behaltene Gewinne in die USA zurückführen.

250 Milliarden Dollar im Ausland

Was steckt dahinter? Nicht wenige amerikanische Unternehmen, allen voran Apple mit rund 250 Milliarden Dollar, parken riesige Summen im Ausland, um das Geld im Heimatland nicht versteuern zu müssen. Wäre dieses Geld bei Rückführung bisher mit 35 Prozent besteuert worden, so sieht die Reform nun eine einmalige Senkung auf 15,5 Prozent vor. Das Ziel ist klar: Zum einen wird die Steuerkasse bei Rückführung der geschätzten 2,5 Billionen Dollar, die momentan im Ausland geparkt sind, kräftig klingeln. Zum anderen sollen die heimischen Investitionen angekurbelt werden. Zumindest letzteres Ziel könnte womöglich nur bedingt erreicht werden: Wie eine Befragung unter 300 großen US-Unternehmen zeigt, planen nur 35 Prozent von ihnen, das zurückgeführte Geld tatsächlich für Investitionen zu nutzen. Der Hauptverwendungszweck dürfte demgegenüber der Abbau von Schulden sein.

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