Finanzmärkte im Blick: Kurs des Euros steigt auf Drei-Jahres-Hoch

Noch keine zwei Wochen sind 2018 vergangen, da hat die europäische Gemeinschaftswährung die Marke von 1,21 Dollar je Euro überschritten und ein Drei-Jahres-Hoch erklommen. Rückenwind für den Euro gibt es gleich von mehreren Seiten. Da wäre erstens die europäische Wirtschaft, die in den meisten Ländern deutlich stärker wächst als prognostiziert. Zweitens gibt es rund um die Europäische Zentralbank Spekulationen, sie könnte ihre lockere Geldpolitik doch früher als allgemein erwartet beenden und langsam, aber sicher nicht nur auf ein Ende der Anleihekäufe, sondern dann auch auf eine Leitzinserhöhung zusteuern. Und drittens hilft dem Euro die abwartende Haltung der Devisenhändler beim Dollar.

Zwar ist die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mit ihrer geldpolitischen Normalisierung jener der EZB weit voraus: Die Fed hat seit 2015 bereits fünfmal den Leitzins angehoben, zuletzt im Dezember auf eine Spanne von 1,25 bis 1,5 Prozent. Doch an der Spitze der Notenbank steht ein Wechsel bevor; die Händler bleiben zurückhaltend. Da eine Verteuerung der Gemeinschaftswährung den exportorientierten Unternehmen hierzulande den Absatz ihrer Waren außerhalb der Eurozone erschweren kann, könnte sich dies in den Aktienkursen niederschlagen. In den ersten beiden Wochen des neuen Jahres hatte der Leitindex Dax allerdings beinahe wieder sein Rekordhoch erreicht, ehe die Kurse dann leicht nachgaben.

Sprudelnde Unternehmensgewinne und niedrige Zinsen, so die Erwartung nicht weniger Analysten, könnten dafür sorgen, dass die Kurse auch 2018 weiter zulegen werden. Wie für den Euro-Kurs, so gilt allerdings auch für die Aktienmärkte: Prognosen sind das eine, die Wirklichkeit ist mitunter eine andere.
 

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