Hohe Abgabenbelastung in Deutschland

Steuern und Abgaben

Kaum ein anderes Industrieland belastet die Arbeitseinkommen so stark wie Deutschland. Vor allem Geringverdiener und Alleinerziehende sind betroffen, zeigt eine Studie der OECD.

Alleinstehende Durchschnittsverdiener in Deutschland hatten im vergangenen Jahr Abzüge durch Einkommensteuer und Sozialabgaben von 49,7 Prozent zu tragen, wie aus einem von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten Vergleich hervorgeht. Nur von Belgien wurde dieser Wert mit 53,7 Prozent noch übertroffen. Der OECD-Durchschnitt der 35 untersuchten Länder liegt dagegen bei 35,9 Prozent, in der benachbarten Schweiz nur bei 21,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr (2016) ist der Wert in Deutschland noch einmal um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

Hoher Anteil an Sozialabgaben

Aufgrund des hohen Anteils an Sozialabgaben in Deutschland seien vor allem die Einkommen von Geringverdienern und Alleinerziehenden stark belastet, betonte die OECD. Für Alleinerziehende mit zwei Kindern und zwei Dritteln des Durchschnittslohns etwa liegen die Abzüge durch Steuern und Sozialabgaben hierzulande bei 31,5 Prozent: In der gesamten OECD ist der Schnitt mit 15,3 Prozent nicht einmal halb so hoch. Auch Familien, in denen beide Partner arbeiten, schneiden in Deutschland sehr ungünstig ab – wiederum steht nur Belgien schlechter da. Bei Paaren mit zwei Kindern, von denen lediglich ein Partner als Durchschnittsverdiener erwerbstätig ist, liegt Deutschland in der OECD-Rangliste dagegen auf Platz 9. Auch hier allerdings ist die Durchschnittsbelastung der Industriestaaten deutlich geringer.

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