Großbritannien: Offensive gegen industriellen Niedergang

Die Regierung in London will mit einer industriepolitischen Offensive den seit Jahrzehnten andauernden Niedergang der britischen Industrie stoppen.

Ende 2017 stellte die britische Regierung ihre lange angekündigte „Industrielle Strategie“ vor. Wirtschaftsminister Clark hat vier Felder ausgemacht, auf denen die britische Wirtschaft weltweit führend werden soll: Künstliche Intelligenz und Big Data, „grünes“ Wirtschaftswachstum, Mobilität der Zukunft sowie Angebote für eine alternde Gesellschaft. Der Aktionsplan der Regierung ist eine Mischung aus neuen und bereits bekannten Vorhaben. So sollen unter anderem die technische Ausbildung an den Schulen verbessert und mehr berufliche Umschulungsmaßnahmen angeboten werden. Die Regierung stellt außerdem Geld bereit für ein Netz von Ladestationen für Elektroautos und mehr schnelle Internetverbindungen.

Wirtschaftlicher Niedergang vieler Regionen

Hintergrund: In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich in Großbritannien der Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Wirtschaftsleistung auf weniger als 10 Prozent fast halbiert. Die Deindustrialisierung hat zum wirtschaftlichen Niedergang vieler Regionen auf der Insel maßgeblich beigetragen. Dienstleistungen dominierten immer stärker. Neu geschaffene Jobs in der Industrie wiederum sind meistens schlecht bezahlt, denn eine weitere Schwäche der britischen Wirtschaft ist ihre chronisch schlechte Produktivität: Inzwischen liegt sie um 15 Prozent unter dem Durchschnitt der G7-Staaten. Ökonomen führen das nicht zuletzt auf die im internationalen Vergleich sehr niedrigen Investitionen in Großbritannien zurück.

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