Finanzmärkte im Blick: Kurssturz und wie weiter?

Anfang Februar ging es mit den Aktienkursen abwärts: Der Dow-Jones-Index verlor an einem einzigen Tag fast 1.600 Punkte, so viel wie noch nie in seiner Geschichte seit 1884. Und auch rund um die Welt wurden die Börsen mitgerissen; der Dax etwa fiel unter die 13.000er-Marke und näherte sich zeitweilig den 12.000 Punkten. Anlass für diesen Kurseinbruch: Eine außergewöhnlich starke Erhöhung der Stundenlöhne in den USA weckte die Besorgnis, die Inflation könne steigen und die Notenbank Fed zu noch entschlosseneren Leitzinserhöhungen animieren als ohnehin erwartet. Steigende Zinsen aber würden Anleihen attraktiver machen und könnten damit die Nachfrage nach Aktien schmälern.

Nach dem Einbruch rätseln die Experten, wie es weitergeht. Die Pessimisten fürchten einen noch tieferen Sturz, der sogar zu einem regelrechten Börsencrash führen könnte. Die Optimisten sehen in dem Kursrutsch dagegen eher eine gesunde Korrektur, die nach dem Aktienboom der vergangenen Jahre überfällig war. Was für die Erwartungen der Mahner spricht? Zum einen die Nervosität an den Märkten, zum anderen die Tatsache, dass US-Aktien schon seit geraumer Zeit teuer sind. Nun sind hohe Bewertungen unproblematisch, solange sich die Gewinne der Unternehmen erfreulich entwickeln. Noch ist dies der Fall, so die Experten; allerdings müsste sich dieser Trend fortsetzen, um wieder steigende Kurse zu rechtfertigen. Hierfür spricht – und da kommt die optimistische Sichtweise zum Tragen – die starke Konjunktur in allen wichtigen Regionen der Welt: in den USA, in Europa, in den Schwellenländern. Solange die Konjunktur boomt, verdienen die Konzerne mehr Geld, und das ist – neben niedrigen Zinsen – der wichtigste Motor für eine starke Börse. Ein Blick auf die erwarteten Unternehmensgewinne scheint die Optimisten zu bestätigen: Die 500 Unternehmen im US-Aktienindex S&P steigerten die Gewinne 2017 um 11 Prozent, für dieses Jahr erwarten Analysten sogar ein Plus von 16 Prozent. Die 30 Firmen im Dax legten 2017 um überdurchschnittliche 8 Prozent zu, 2018 sollen es 10 Prozent werden.

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