Finanzmärkte: Angst vor einem Handelskrieg

Seit der Dax im April 2017 erstmals die 12.000-Punkte überschritten hat, ist er dreimal unter diese Marke gefallen. Im August und im Februar eroberte er sie aber nach nur einem Tag zurück. Nach dem jüngsten Kursrückgang hingegen sehen verschiedene Analysten den deutschen Leitindex künftig eher häufiger unterhalb der 12.000er-Markierung. Grund: Die Unsicherheit an den Märkten ist inzwischen mit Händen zu greifen. Insbesondere die Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China machte Börsianern Angst und ließ den Dax Ende März auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr fallen.

Gegenüber dem noch im Januar erreichten Allzeithoch von 13.597 Punkten war das ein Minus von mehr als 14 Prozent. Und auch die Kurse an der Wall Street gingen auf Tauchstation. Trotz Wirtschaftswachstums und steigender Unternehmensgewinne in den USA agierten die Anleger nervös, vor allem vor dem Hintergrund einer nun schon neun Jahre anhaltenden Börsenhausse. Die Gefahr, dass der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China die Weltkonjunktur und damit zugleich die Gewinne der Unternehmen belastet, sehen auch Ökonomen. Dabei würde die größte Gefahr nicht unbedingt von den angekündigten Importzöllen in Höhe von 60 Milliarden Dollar für Waren aus China ausgehen, sondern von etwaigen chinesischen Gegenmaßnahmen. Die chinesische Regierung hatte zwar zunächst nur moderate Zölle auf US-Produkte angekündigt. Das Handelsministerium in China betonte aber auch, dass China keine Angst vor einem Handelskrieg habe. Derweil hat die Leitzinserhöhung in den USA auf eine Spanne zwischen 1,50 bis 1,75 Prozent für keine große Aufregung an den Märkten gesorgt – sie war erwartet worden.

Spannender waren die Äußerungen des neuen Notenbankpräsidenten Powell zur Lage der amerikanischen Wirtschaft. Am Tag nach seiner Pressekonferenz gingen die Interpretationen allerdings auseinander. Ob er die amerikanische Geldpolitik stärker straffen wird als bisher erwartet oder doch eher in der Tradition seiner Vorgängerin Janet Yellen steht, die nur vorsichtig mit Leitzinserhöhungen agierte, müssen daher die nächsten Wochen und Monate zeigen.

Diese Webseite nutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.