Defizitquote: Alle Euroländer im grünen Bereich

Währungsunion

Die niedrigen Zinsen und die gute Konjunktur im Euroraum haben Folgen: Alle Staaten dürften 2018 den Maastrichter Referenzwert unterschreiten.

Das Wirtschaftswachstum im Euroraum war 2017 so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr und bleibt auch in diesem und im kommenden Jahr auf ähnlichem Niveau. Dies hat Folgen für die Verschuldung der Staaten: Erstmals seit Beginn der Währungsunion dürften in diesem Jahr alle Euroländer den Maastrichter Referenzwert für das Staatsdefizit von 3 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), unterschreiten. Im Euroraum-Durchschnitt wird die Defizitquote wohl nur noch 0,7 Prozent des BIP betragen. Dies sind die positiven Eckwerte der Frühjahrs-Konjunkturprognose der EU-Kommission, die Währungskommissar Pierre Moscovici Anfang Mai in Brüssel vorgestellt hat.

Schuldenquote noch immer deutlich über 60 Prozent

Schon 2017 hatten bis auf Spanien und Portugal alle EU-Staaten den Maastricht-Wert unterschritten. Dabei lag Frankreich mit einem Defizit von 2,7 Prozent erstmals seit 2007 unter dem Referenzwert. Zwölf der 28 EU-Staaten und acht der 19 Eurostaaten wiesen 2017 sogar einen Haushaltsüberschuss aus, darunter auch Deutschland. Bedingt durch die gute Konjunkturentwicklung und die niedrigen Zinsen, so die Kommission, werde auch die Staatsschuld weiter sinken. Bereits zwischen 2016 und 2017 ist die Schuldenquote von 89,0 auf 86,7 Prozent des BIP im Euroraum bzw. von 83,3 auf 81,6 Prozent in der gesamten EU gesunken. Diese Durchschnittswerte liegen allerdings immer noch deutlich über dem Maastrichter Referenzwert von 60 Prozent des BIP. Eine besonders hohe Schuldenlast tragen weiterhin Griechenland (178,6 Prozent), Italien (131,8 Prozent), Portugal (125,7 Prozent), Belgien (103,1 Prozent) und Spanien (98,3 Prozent). Von diesen fünf Ländern haben nur Belgien und Portugal die Schuldenquote nach 2014 deutlich gesenkt.

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