Außenwirtschaft: Chinesische Investitionen in Deutschland

Deutschland ist nach Großbritannien das Land mit den zweithöchsten chinesischen Direktinvestitionen. Laut des Forschungsinstituts Merics kamen zwischen 2000 und 2016 18,8 Milliarden Euro zusammen. Investitionen ausländischer Unternehmen sind meistens hochwillkommen – häufig führen sie zu neuen Produktionsstätten, schaffen Arbeitsplätze bzw. erhalten bestehende, und ganz allgemein sind sie Ausdruck einer offenen Volkswirtschaft, die in den globalen Austausch von Waren, Dienstleistungen und Technologien eingebunden ist. Bei ausländischen Investitionen kann es sich um die Errichtung von Produktionswerken des investierenden Unternehmens handeln, häufig aber auch um Übernahmen von (oder Beteiligungen an) einheimischen Unternehmen. Was speziell chinesische Investitionen anbelangt, so werden einige Firmenübernahmen zunehmend mit Unbehagen betrachtet.

Übernahmen werden genauer geprüft

Hintergrund: Mit jedem Verkauf wechseln nicht nur Produktionsanlagen den Besitzer, sondern auch jede Menge sicherheitsrelevanter Daten. Gerade im Fall Chinas kann dies problematisch sein, da dort die Verbindung zwischen Politik und Wirtschaft ausgesprochen eng ist. Vor allem die Übernahme des deutschen Maschinenbauers Kuka durch den chinesischen Midea-Konzern vor gut einem Jahr hatte die Gemüter erhitzt. Eine Folge: Im Juli 2017 verschärfte die Bundesregierung die Außenwirtschaftsverordnung – mit dem Ziel, solche Übernahmen genauer zu prüfen und ggf. zu untersagen. Wie sich jetzt zeigt, gibt es tatsächlich zahlreiche solcher Prüfverfahren: Rund 30 zählt das Bundeswirtschaftsministerium allein seit dem vergangenen Sommer. In einem Drittel der Fälle ging es dabei um Investoren aus China. Seit der Einführung der Investitionsprüfung im Jahr 2004 hat die Regierung allerdings noch keine Übernahme untersagt.

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