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3/2017

Im Fokus: Umfrage – was die Deutschen über die EU denken

Die Deutschen und Europa – wie sieht dieses Verhältnis gegenwärtig aus? Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Bevölkerung nimmt die Probleme in der EU wahr, spricht ihr aber zugleich mehr Vertrauen aus als in der Vergangenheit.

Die EU hat gegenwärtig mindestens zwei Gesichter. Zum einen gibt es den Brexit, die fehlende Einigkeit unter den Mitgliedstaaten und eine unübersehbare Tendenz zur Renationalisierung und zum Protektionismus, zum anderen die Feierlichkeiten rund um den 60. Jahrestag der Römischen Verträge, pro-europäische Demonstrationen in vielen Städten sowie ein neues Bewusstsein für die Bedeutung der europäischen Einigung. Wer oder was ist die EU also gerade? Und was denken die Menschen über sie? Im Auftrag des Bankenverbandes hat die GFK – Gesellschaft für Marktforschung im Februar dieses Jahres in Deutschland eine repräsentative Umfrage zum Thema Europa durchgeführt.

EU nicht in bestem Zustand

Auch an der deutschen Bevölkerung sind die vielen negativen Nachrichten rund um die EU in den letzten Monaten und Jahren nicht spurlos vorbeigegangen; den Zustand der Europäischen Union beurteilt sie heute deutlich kritischer als vor drei Jahren. Zwar sieht eine knappe Mehrheit der Befragten (51 %) die EU weiterhin lediglich vor „größeren, aber lösbaren Problemen“; der Anteil jener aber, die eine „ernste Krise“ erkennen, ist seit 2014 von 24 auf 45 % gestiegen. Dass im europäischen Staatenverbund „im Großen und Ganzen alles in Ordnung“ sei, meint hingegen – heute wie allerdings auch in früheren Jahren – nur eine kleine Minderheit der Befragten.

Ansehen verbessert

Doch sehr viel bemerkenswerter ist, dass die Deutschen – aller europäischen Krisenstimmung zum Trotz – am Nutzen des vereinten Europas nicht zweifeln. Im Gegenteil: Seit 2010 stieg der Anteil der Bürger, der meint, Deutschland profitiere von seiner EU-Mitgliedschaft, von damals 23 auf heute 45 %. Umgekehrt ist der Anteil jener, die vor allem Nachteile für das Land befürchten, von 29 auf 14 % zurückgegangen – der niedrigste Wert seit der ersten Erhebung im Jahr 1992. Die aktuellen Gefahren für die europäische Integration durch nationalistische Strömungen und globale Instabilitäten, zuletzt auch in den europäisch-amerikanischen Beziehungen, scheinen die Bedeutung Europas für Freiheit, Frieden und Wohlstand wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt zu haben.

In Übereinstimmung damit hat sich auch das Ansehen, das die Europäische Union bei den Bürgern hierzulande genießt, leicht verbessert. Nach der Hälfte der Befragten 2009 und 57 % im Jahr 2014 halten von der EU aktuell 61 % der Deutschen „viel“ (44 %) oder „sehr viel“ (17 %). Eine besonders positive Einstellung zur Europäischen Union zeichnet die jüngeren Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren (79 %) und 30 bis 39 Jahren (72 %) aus. Eine besonders europakritische Einstellung ist unter den Parteianhängern der AfD festzustellen, von denen nur 27 % von der EU „viel“ halten.

Austritt nicht gewünscht

Angesichts dieser insgesamt hohen Zustimmung verwundert es nicht, dass ein Referendum über die weitere EU-Zugehörigkeit hierzulande ganz anders ausgehen würde als in Großbritannien: Drei Viertel (75 %) der Befragten würden sich bei einem Referendum für den Verbleib Deutschlands in der Europäischen Union aussprechen. Nur jeweils jeder Zehnte würde für einen Austritt votieren oder an der Abstimmung nicht teilnehmen. Die hohe Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft ist bei Befragten aller Parteipräferenzen festzustellen, mit Ausnahme der Anhänger der AfD, von denen 42 % für einen Austritt aus der Europäischen Union stimmen würden. Stichwort Großbritannien: Sechs von zehn Deutschen bedauern die Entscheidung des Vereinigten Königreiches, die Europäische Union zu verlassen; nur jeder Zehnte begrüßt den Schritt, für rund ein Viertel spielt das Thema keine Rolle.

Bestrebungen zur Renationalisierung erteilt die Mehrheit der Deutschen also eine Absage. Dies wird auch daran deutlich, dass sich lediglich ein Viertel der Befragten (24 %) dafür ausspricht, dass die in der EU verbleibenden Staaten nach dem Brexit eigenständiger werden sollen. 53 % hingegen treten für eine dann stärkere Zusammenarbeit ein, weitere 20 % für die Beibehaltung des derzeitigen Kooperationsniveaus. Übrigens: Auch dem internationalen Austausch stehen die Deutschen mittlerweile positiver gegenüber. 36 % der Befragten, und damit so viele wie noch nie seit der Jahrtausendwende, verbinden mit der Globalisierung vor allem Vorteile für Deutschland. Der Anteil, der überwiegend Nachteile vermutet, ist hingegen auf den niedrigsten Stand von 17 % gesunken.

Parallel zur positiveren Wahrnehmung der deutschen EU-Mitgliedschaft ist auch die Zuversicht gestiegen, dass der Euro für Deutschland vor allem Vorteile bringe. Nach 34 % im Jahr 2014 sagen das nun 38 %, während lediglich 19 % (2014: 18 %) von überwiegenden Nachteilen ausgehen. Ungeachtet leichter Rückgänge gegenüber 2014 steht zudem für weiterhin jeweils deutliche Mehrheiten der Bürger fest, dass sich der Euro bisher bewährt hat (63 %; 2014: 66 %) und langfristig erfolgreich sein wird (57 %; 2014: 66 %). Dabei sind mit Blick auf die Zukunft des Euro die jüngeren Befragten unter 30 Jahren mit 70 % besonders zuversichtlich.

Interesse weiter groß

Und wie sieht es mit dem Interesse der Deutschen für das Thema Europa aus? Fast die Hälfte der Befragten (48 %) gibt an, sich „stark“ (31 %) oder „sehr stark“ (17 %) für die Europapolitik zu interessieren. Das Interesse ist damit ähnlich groß wie unmittelbar vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Jahr 2014 und erheblich höher als in den Jahren davor. Das anhaltende Interesse an der europäischen Politik dürfte neben dem politischen Bedeutungszuwachs der EU in den vergangenen Jahren auch auf die akuten Probleme und europäischen Krisenthemen zurückzuführen sein.

Losgelöst von den Ergebnissen dieser Umfrage hat es in der jüngsten Vergangenheit einige Ereignisse und Entwicklungen gegeben, die den Schluss zulassen, dass die allgemeine Stimmung der Menschen auf dem Kontinent wieder etwas europa-freundlicher geworden ist – von der Stichwahl um das österreichische Präsidentenamt über die Wahlen in den Niederlanden bis zur Entstehung der Puls-of-Europe-Bewegung.

Dieser Artikel ist erschienen in der schul|bank 3/2017

Schüler aus Lohne setzen sich durch

Nach einem spannenden Finale der 20 besten Teams wurden Anfang April die Sieger von SCHUL/BANKER ausgezeichnet.

Sie brachten ihre virtuelle Bank ganz nach vorne: Die Nachwuchs-Vorstände der GMB (German Modern Bank) vom Gymnasium Lohne sind die diesjährigen Gewinner von SCHUL/BANKER, dem Bankenplanspiel des Bankenverbandes. In einem packenden Finale in Potsdam konnten sie sich gegen 19 andere Teams durchsetzen und den Gesamtsieg einfahren. Die Leprechaun-Banker des Gymnasiums Brunsbüttel belegten Platz 2, dritter Sieger wurde das Team Investmentbanking Sachsen-Anhalt Süd AG der CJD Christophorusschule Droyßig. Insgesamt waren rund 3.900 Schüler in knapp 900 Teams im Wettbewerb, der zum 19. Mal ausgetragen wurde. Bei der Preisverleihung in Berlin lobte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, die Planspiel-Teilnehmer: „Alle Teams dürfen sich als Sieger fühlen. Sie haben sich über Monate engagiert. Sie haben neben Spaß und Begeisterung auch Siegeswillen und Unternehmergeist gezeigt.“ Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Iris Gleicke (SPD), sagte in ihrer Festrede: „Projekte wie SCHUL/BANKER wecken bei jungen Leuten das Interesse an Wirtschaftsthemen und Wirtschaftskompetenz, und das unterstütze ich sehr.“ Weitere Informationen zu SCHUL/BANKER finden Sie unter www.schulbanker.de

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China: Importe wachsen, Exporte rückläufig

Die chinesische Volkswirtschaft befindet sich in einem Strukturwandel – sichtbar wird dies auch an den steigenden Importen und schwächelnden Exporten.

Chinas Einfuhren haben im Februar derart stark angezogen, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt erstmals seit drei Jahren ein Defizit in seiner Handelsbilanz verzeichnete. Wie die Zollverwaltung in Peking mitteilte, zogen die Importe auf Dollar-Basis im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres um 38,1 Prozent an. Schwach fielen dagegen abermals die Exporte aus, die um 1,3 Prozent nachgaben. Chinas Handelsbilanz verzeichnete damit ein Defizit von 9,15 Milliarden Dollar. Als Hauptgrund für den überraschend starken Import- Anstieg nannten Beobachter die große Nachfrage chinesischer Unternehmen nach Rohstoffen wie Eisen, Kupfer und Öl, deren Preise im Vergleich zum Vorjahr deutlich angezogen sind. Während die Importe Stärke zeigen, gehen Fachleute davon aus, dass bei den Exporten noch immer kein Ende des Abwärtstrends zu erkennen ist. heimlicht, weil er illegal ist. Hierzu zählen vor allem die Schwarzarbeit, der Schmuggel und die Steuerhinterziehung in jeder Form. Dieser Bereich wird auch als Schattenwirtschaft im engeren Sinne bezeichnet.

Nicht mehr die Werkbank der Welt?

Warum diese Schwäche bei den Ausfuhren? Da die Löhne in China steigen und andere Länder in Südostasien und Afrika längst billiger produzieren können, sind die Exporte der Volksrepublik schon seit geraumer Zeit unter Druck. Das Land hat seine Rolle als längste Werkbank der Welt eingebüßt, weshalb die Regierung versucht, den Dienstleistungssektor zu stärken und den Binnenkonsum anzukurbeln. Die anziehende Nachfrage nach Waren aus dem Ausland steht somit in Einklang mit den Zielen der Regierung. Viele Experten halten es allerdings für zunehmend unwahrscheinlich, dass Peking der Umbau hin zu einer dienstleistungsbasierten Volkswirtschaft reibungslos gelingen wird. Die Wirtschaft des Landes war 2016 mit 6,7 Prozent so langsam wie seit 26 Jahren nicht mehr gewachsen.

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Zweifel an weiter steigenden Inflationsraten

Nach einem starken ersten Quartal nähern sich die Indizes der deutschen Aktien weiter ihren Rekordwerten. Der Leitindex Dax bewegte sich Ende März/Anfang April nur wenige Punkte unterhalb seiner bisherigen Bestmarke von 12.390 Zählern. Ein wesentlicher Treiber der Kursgewinne im ersten Quartal war bislang die Hoffnung auf eine noch stärkere amerikanische Wirtschaft unter dem neuen Präsidenten Donald Trump. Zwischenzeitlich aufgekommene Zweifel daran wurden jüngst von guten Konjunkturdaten diesseits wie jenseits des Atlantiks in den Schatten gestellt. In den ersten drei Monaten nach Trumps Wahl ist auch der amerikanische Aktienindex S&P 500 um knapp acht Prozent gestiegen. Das war die drittbeste Entwicklung nach der Erstwahl eines neuen Präsidenten seit dem Zweiten Weltkrieg. Besser als Trump schnitten nur John F. Kennedy (zwölf Prozent) und George Bush senior (gut acht Prozent) ab. Mindestens zwei Gründe sprechen dafür, dass der Markt nicht allein von der Hoffnung auf die „Trumponomics“ beflügelt wurde. Erstens hatte sich die konjunkturelle Entwicklung in Amerika und der Welt insgesamt schon vor der Präsidentenwahl deutlich verbessert, was sich u.a. am seit Mitte letzten Jahres gestiegenen amerikanischen Einkaufsmanagerindex manifestiert. Zweitens ist die Bewertung des Aktienmarkts, betrachtet man das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), keineswegs überhöht. Spätestens seit der Wahl Donald Trumps war an den internationalen Finanzmärkten auch die Rede von einem sogenannten „reflation trade“: Gemeint sind Anlagestrategien, die auf einen Anstieg der Inflationsrate setzen. Tatsächlich deutete zu Beginn des Jahres einiges auf deutlich anziehende Inflationswerte hin. In den vergangenen Tagen ist die Skepsis gegenüber einer Welt mit steigenden Inflationsraten und damit auch steigenden Anleiherenditen allerdings spürbar gewachsen. Der jüngste Fall des Ölpreises, flachere Renditekurven am Anleihemarkt sowie Auffälligkeiten am Aktienmarkt nähren Zweifel an einem Trend zu immer höherer Inflation. Auch die Inflationsrate in Deutschland fiel im März mit 1,6 Prozent deutlich niedriger aus als im Februar (2,2 Prozent).

Dieser Artikel ist erschienen in der schul|bank 3/2017

Die Renten steigen auch dieses Jahr im Osten stärker

Während die beinahe 17 Millionen Ruheständler im Westen Deutschlands dieses Jahr knapp 2 Prozent mehr Rente bekommen, steigen die Bezüge im Osten abermals schneller und gleichen sich weiter an.

Die ungefähr 21 Millionen Rentner in Deutschland erhalten vom 1. Juli an mehr Geld. Ihre Bezüge werden im Westen um 1,9 Prozent und im Osten um 3,6 Prozent angehoben. Infolge einer erwarteten Preissteigerung von knapp zwei Prozent reicht die Erhöhung für die rund 16,9 Millionen Ruheständler im Westen gerade, um den Kaufkraftverlust auszugleichen. Höhere Lohnanstiege im Osten hingegen führen dazu, dass die Renten dort fast doppelt so stark zulegen und die reale Kaufkraft der etwa 4,1 Millionen Rentner zwischen Ostsee und Erzgebirge zulegt. Laut der Präsidentin der Rentenversicherung sind unter Berücksichtigung der Anhebung zum 1. Juli die Renten seit dem Jahr 2012 im Westen um 10,5 Prozent und im Osten um 19,1 Prozent gestiegen. Durch die abermals stärkere Anhebung im Osten erhöht sich das Rentenniveau im Osten von derzeit 94,1 auf dann rund 95,7 Prozent des West-Niveaus.

Anhebung 2016 noch höher

Die jährliche Rentenerhöhung orientiert sich vor allem an der Lohnentwicklung. Die dafür relevante Lohnsteigerung betrug nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2,06 Prozent im Westen und 3,74 Prozent im Osten. Geschmälert wird die Rentenanhebung um 0,14 Prozentpunkte durch den Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel. Dieser besagt, dass der Rentenanstieg verringert wird, wenn die Zahl der Rentner schneller zunimmt als die Zahl der Beiträge entrichtenden Arbeitnehmer.

Dieser Artikel ist erschienen in der schul|bank 3/2017

Diskussion mit Schülern in Berlin

Anlässlich der diesjährigen European Money Week (27. bis 31. März) haben der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), Michael Hüther, und der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer, mit Schülerinnen und Schülern des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums in Berlin-Lichtenrade über eine Vielzahl ökonomischer Themen diskutiert. Rund 120 Schüler waren vor allem daran interessiert, wie gerecht die soziale Marktwirtschaft ist, welche Rolle Unternehmen und speziell auch Banken in unserer Wirtschaftsordnung spielen, welche Schlussfolgerungen aus der europäischen Schuldenkrise gezogen werden können und was die Stärken der deutschen Wirtschaft sind. Die Diskussion war lebhaft, kontrovers und wurde auch nach Ende des offiziellen Teils munter weitergeführt. Die European Money Week ist eine Initiative der Europäischen Bankenvereinigung (EBF), die auf diesem Wege europaweit auf das Thema Finanz- (und Wirtschafts-)wissen von Schülerinnen und Schülern aufmerksam machen möchte.

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Die teuersten Städte der Welt

Seit mehr als 30 Jahren vergleicht das britische Magazin „The Economist“ die Lebenshaltungskosten von Städten weltweit. Und bereits zum vierten Mal in Folge landet die südostasiatische Metropole Singapur auf dem ersten Platz.

Die jährliche Rangliste basiert auf mehreren Auswahlkriterien, die unter anderen die Preisentwicklungen von verschiedenen Produkten wie Nahrungsmittel und Kleidung, aber auch Dienstleistungen oder Mieten berücksichtigen. Schwankende Lohn- und Gehaltsniveaus werden in die Studie nicht miteinbezogen. „The Economist“ kommt zu dem Ergebnis, dass die Lebenshaltungskosten in den südostasiatischen Städten derzeit so hoch wie nirgendwo anders sind – gleich fünf der zehn teuersten Städte weltweit liegen in Asien. Spitzenreiter ist abermals Singapur, wo das Leben sogar noch einmal 20 Prozent teurer sein soll als in New York. Der Big Apple dient dabei als Richtwert, an dem die Lebenshaltungskosten aller Städte gemessen werden. Hongkong folgt dicht auf Platz 2. Den dritten Rang belegt Zürich – und ist damit die teuerste Stadt Europas. Auch Kopenhagen, Paris und Genf haben es unter die Top 10 geschafft. Die drei deutschen Städte Frankfurt (23), Hamburg (32) und München (35) wurden ebenfalls in die Liste aufgenommen, wobei Hamburg preistechnisch am deutlichsten zugelegt hat.

London günstiger

Am günstigsten lässt es sich laut der Studie in Almaty (Kasachstan), Lagos (Nigeria) und Bangalore (Indien) leben. Auffällig ist der niedrige Rang der britischen Hauptstadt: Mit Platz 25 lebt es sich relativ gesehen so günstig in London wie seit 20 Jahren nicht mehr. „The Economist“ führt das auf das Brexit-Referendum und die Abwertung des Pfund Sterling zurück.

Dieser Artikel ist erschienen in der schul|bank 3/2017

Um 8,3 %

gegenüber dem Vor­jah­reszeitraum sind die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen im Februar nach Angaben des Bundesfinanzministeriums (BMF) gestiegen. Das Plus sei vor allem auf ­Zuwächse bei der Lohnsteuer sowie auf einen kräftigen ­Anstieg bei der Umsatzsteuer zurückzuführen – Folge der anhaltend hohen Beschäftigung, der Lohnsteigerungen sowie des stärkeren Privatkonsums. Auch die Steuereinnahmen aus Unternehmensgewinnen haben zugenommen. Das BMF rechnet mit einer weiter guten Entwicklung bei den Einnahmen.

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Tom Burgis: Der Fluch des Reichtums. Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas

Westend Verlag, Frankfurt 2016, 352 Seiten, EUR 24,00.

Tom Burgis, Auslandsreporter der „Financial Times“ mit langjähriger Afrika-Erfahrung, hat sich in seinem beeindruckenden Buch „Der Fluch des Reichtums“ mit der Frage beschäftigt, warum rohstoffreiche Nationen häufig arm, schlecht regiert und von Korruption und Gewalt überhäuft sind. Er zeigt auf, dass Ressourcenreichtum die Industrialisierung eines Landes verhindert – zum einen weil der ständige Zufluss ausländischer Devisen den Kurs der Landeswährung steigen lässt und Importwaren billiger macht; zum anderen weil eine kleine Gruppe von Begünstigten Wohltaten verteilen kann, ohne auf Steuereinnahmen der Bürger angewiesen zu sein und sich um die allgemeine Wohlfahrt kümmern zu müssen. Mit großer Präzision analysiert Burgis eine Wirtschaft, die am einseitigen Export von Rohstoffen festhält, und erzählt zugleich in sorgfältiger Recherche vom unheilvollen Zusammenspiel zwischen Regierungen und einzelnen Konzernen.

 

Dieser Artikel ist erschienen in der schul|bank 3/2017