Sparen und Anlegen

Das Thema „Sparen + Anlegen“ gliedert sich in folgende vier Rubriken. Unter Basiswissen finden sich jeweils Hintergrundinformationen, neben den Unterrichtsmaterialien auch eine kleine Online-Mediathek.

Anlageentscheidung

Bei der Geldanlage kommt es auf Sicherheit, Rentabilität und Verfügbarkeit an. Alle drei Ziele lassen sich aber nicht gleichzeitig erreichen. Deshalb gilt es herauszufinden, was einem persönlich am wichtigsten ist.

Risiko, Rendite und Liquidität – das sind die drei Kriterien, die für die Bewertung einer Geldanlage entscheidend sind. Dabei gilt es für jeden Anleger, unter den zahlreichen Anlagemöglichkeiten die richtige Kombination zu finden. Denn: Eine Anlageform, die gleichzeitig eine hohe Rendite, kein Risiko und 100 Prozent Liquidität bietet, gibt es nicht. Die Geldanlage sollte zu den individuellen Vermögensverhältnissen, zur Risikobereitschaft und zu den Sparzielen passen. Man sollte sich deshalb unter anderem über folgende Fragen im Klaren sein.

Sparziele

Wofür spare ich?
Wie viel kann ich überhaupt im Monat sparen?
Wie lange kann ich auf das Geld verzichten?
Wie risikobereit bin ich?

Ertragsziele

Wer sein Geld optimal anlegen will, sollte die Kombination verschiedener Anlageprodukte wählen. Es gilt die Faustregel: Je größer das Vermögen und je unterschiedlicher die Anlageziele, umso breiter sollte das Vermögen gestreut werden. Der mögliche Ertrag einer Geldanlage ist für den Anleger ein besonders wichtiges Auswahlkriterium. Folgende Ertragsquellen können unterschieden werden:

  • ein fest vereinbarter oder variabler Zins,
  • eine Dividende auf Aktien,
  • eine Ausschüttung auf Investmentfondsanteile und
  • ein Kursgewinn bei Wertpapieren bzw. ein Wertzuwachs, etwa bei Lebensversicherungen, Grundstücken oder Edelmetallen.

Ein umfassender Vergleich sollte neben dem Ertrag aber auch die Kosten sowie steuerliche Aspekte der Anlage berücksichtigen.

Rendite

Die Rendite ist für den Anleger die wichtigste Kennzahl für den Erfolg seiner Geldanlage. Sie gibt Auskunft über die tatsächliche Verzinsung, also die Effektivverzinsung des eingesetzten Kapitals. Da Kapitaleinkünfte der Abgeltungsteuer unterliegen, ist für den Privatanleger vor allem die Rendite nach Steuern entscheidend.

Niedrigzinsphase

Für Anleger ist es in der aktuellen Niedrigzinsphase schwierig, einen Zinsertrag zu erwirtschaften, der die Inflationsrate übertrifft. Als Sparer erleiden die Bürger durch niedrige Zinsen reale Einkommenseinbußen. Denn: Wenn der Zins – wie zuletzt der Fall – niedriger ist als die Inflationsrate, ist der reale Zins sogar negativ. Dann wird das reale Vermögen der Bürger geschmälert und auch die Altersvorsorge erheblich erschwert. Andererseits sind viele Bürger auch Schuldner, zum Beispiel als „Häuslebauer“. Als solche profitieren sie von niedrigen Zinsen. Inwieweit die Niedrigzinsphase die Bürger per Saldo positiv oder negativ beeinflusst, hängt daher stark von der individuellen Vermögenssituation ab. Nettoschuldner („Häuslebauer“, Baufinanzierer) werden profitieren, Nettogläubiger (Sparer, vor allem besonders sicherheitsorientierte) verlieren. Für sie wirkt der Niedrigzins wie eine zusätzliche Steuer.

Bei langfristigen Ersparniszielen – zum Beispiel der Altersvorsorge – kommt es vor allem auf die zu einem zukünftigen Zeitpunkt verfügbare Kapitalsumme an. Da über einen langen Sparprozess der Zinseszinseffekt die Höhe dieser Summe entscheidend mitbestimmt, hat die Höhe des Zinses für die Sparentscheidung eine große Bedeutung: Um eine geplante Kapitalsumme zu einem zukünftigen Zeitpunkt erreichen zu können, muss bei einem niedrigen Zins wesentlich mehr gespart werden, da der Zinseszinseffekt kleiner ist. Erwarten die Konsumenten also einen über einen längeren Zeitraum außerordentlich niedrigen Zins, dann kann dies zu Ausgabeneinschränkungen führen. Als Steuerzahler wiederum können die Bürger auch indirekt von den Auswirkungen der Niedrigzinsphase auf den Staat profitieren. Dies ist dann der Fall, wenn der Staat den Vorteil einer günstigeren Finanzierung der öffentlichen Haushaltsdefizite bzw. eines leichteren Abbaus der Staatschulden in Form von Steuersenkungen weitergibt. Das Sparpotenzial hierbei ist beträchtlich. Denn sinkt der Zins, den der Staat über alle Laufzeiten für seine Schulden zu zahlen hat, beispielsweise um einen Prozentpunkt, bedeutet dies für alle öffentlichen Haushalte eine Entlastung bis zu 22 Mrd. €.

Geldanlage auf Bankkonten

Wer sein Geld bei einer Bank anlegen möchte, denkt vielleicht zunächst an ein Sparkonto. Es gibt aber auch Tages- oder Festgeldkonten. Und bei allen Bankeinlagen sollte man über die Einlagensicherung Bescheid wissen.

Das Kerngeschäft einer Universalbank besteht aus dem Einlagengeschäft und dem Kreditgeschäft sowie Zahlungsverkehrsleistungen. Über Einlagen beschaffen sich Banken einen Großteil der Gelder, die sie als Kredit vergeben können.

Einlagengeschäft

Einlagen sind die Gelder, die eine Bank bekommt, um sie zu verwahren. Dies sind Gelder,die bei der Bank angelegt werden, mit denen sie aber – gegen Zahlung von Habenzinsen oder durch eine anderweitige Gegenleistung – auch „arbeiten" kann. Man unterscheidetSicht-, Termin- und Spareinlagen: 

Sichteinlagen sind Guthaben der Einleger auf ihren Girokonten. Sichteinlagen sind ohne vorherige Kündigung täglich fällig. Der Bankkunde kann also jederzeit über sie verfügen. Sichteinlagen dienen in erster Linie der Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. 

Termineinlagen sind Einlagen, die den Kreditinstituten meist in größeren Beträgen (etwa ab 5.000 €) für einen bestimmten Zeitraum (mindestens 30 Tage) zur Verfügung gestellt werden. Die Bank kann also besser mit diesem Geld planen. Als Gegenleistung bekommt der Kunde mehr Zinsen als bei Sichteinlagen, die er jederzeit zurückfordern kann. 

Spareinlagen sind Einlagen auf Sparkonten. Sie dienen der Ansammlung von Vermögen und sind durch Ausfertigung einer Urkunde, zum Beispiel eines Sparbuchs, gekennzeichnet. Spareinlagen dürfen nicht zur Verwendung im Geschäftsbetrieb oder für den Zahlungsverkehr bestimmt und auch nicht von vornherein befristet sein. Im Unterschied zu Termineinlagen werden Spareinlagen von den Kreditinstituten auch in kleinsten Beträgen entgegengenommen.

Einlagensicherung

In Deutschland sind die Einlagen von Kunden bei Banken und anderen Instituten umfangreich geschützt. Die privaten Banken unterhalten dazu den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken, er schützt alle Einlagen von Nichtbanken bis zur Höhe von 20 % des maßgeblichen Eigenkapitals der Bank je Einleger (zum 1. Januar 2020: 15 Prozent) . 

Sparkassen und Landesbanken betreiben eine Institutssicherung über 13 Sicherungseinrichtungen als Haftungsverbund in unbegrenzter Höhe hinsichtlich Einlagen und Inhaberschuldverschreibungen aller Personenkreise. Die Volksbanken organisieren ihre Institutssicherung durch die BVR-Sicherungseinrichtung über Garantiefonds und einen Garantieverbund in unbegrenzter Höhe hinsichtlich Einlagen und Inhaberschuldverschreibungen aller Personenkreise.

Das Sparbuch ist sicherlich die älteste und bekannteste Form der Geldanlage. Das Guthaben auf dem Sparkonto wird regelmäßig verzinst. Allerdings hat die Bedeutung des klassischen Sparbuchs mit gesetzlicher Kündigungsfrist in Zeiten des niedrigen Zinsniveaus an Bedeutung verloren. Alternativen zum klassischen Sparbuch sind für den sicherheitsorientierten Anleger die verschiedenen Sondersparformen mit ganz unterschiedlichen Bonusleistungen der Banken oder auch die Anlage auf Festgeld- und Tagesgeldkonten. Beim Vergleich der unterschiedlichen Angebote sollte auch die Einlagensicherung des jeweiligen Kreditinstituts berücksichtigt werden.

Von einem Sparkonto mit gesetzlicher, also dreimonatiger, Kündigungsfrist können innerhalb eines Kalendermonats ohne Kündigung bis zu 2.000 Euro abgehoben werden. Wer kurzfristig mehr Geld benötigt, muss auf den darüber hinausgehenden Betrag Vorschusszinsen an die Bank zahlen.

Zinsen aus dem vergangenen Jahr, die bis Ende Februar des aktuellen Jahres nicht abgehoben sind, werden dem Sparkapital zugeschlagen. Sparbuchbesitzer können also bis Ende Februar zusätzlich zu den 2.000 Euro die für das vergangene Jahr gutgeschriebenen Zinsen schadlos abheben.

Bei Sparkonten mit einer vereinbarten Kündigungsfrist kann der Anleger frühestens sechs Monate nach der Einzahlung des Sparbetrags von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen. Auch hier gilt: Wer will, kann auch früher über sein Geld verfügen, muss allerdings eine Kürzung der vereinbarten Zinsen um einen Vorschusszins in Kauf nehmen.

Wer regelmäßig einen festen Betrag anlegen will, findet bei Banken ein unterschiedliches Angebot an Sparplänen. In klassische Banksparpläne zahlt der Kunde monatlich eine feste Summe für eine bestimmte Zeit ein. Am Ende der vereinbarten Laufzeit gibt es von der Bank zusätzlich zur Sparsumme und zu den Zinsen häufig noch einen Bonus.

Zahlreiche Banken bieten diese Sparprodukte unter Bezeichnungen wie zum Beispiel „Plus“-, „Bonus“-, „Festzins“-, „Wachstums“- oder „Extra“-Sparen an.

Dabei zahlt der Anleger über einen festgelegten Zeitraum eine regelmäßige Sparrate ein.

Sparbriefe sind etwas für Anleger, die eine sichere und festverzinsliche Geldanlage suchen. Beim Sparbrief bleibt die Verzinsung während der gesamten Laufzeit fest. Veränderungen im Zinsniveau werden nur bei der Ausgabe neuer Papiere berücksichtigt. Daneben werden aber auch Sparbriefe mit einer Zinsstaffelung angeboten. Je länger der Anleger sein Geld festlegt, desto höher ist in der Regel die Verzinsung.

Nach der Art der Verzinsung können drei verschiedene Typen von Sparbriefen unterschieden werden: Beim Normaltyp werden die Zinsen jährlich oder halbjährlich ausgezahlt. Der Anleger zahlt beim Kauf des Briefs den vollen Nennwert, der auf der Urkunde aufgedruckt ist.

Beim Abzinsungstyp werden die anfallenden Zinsen und Zinseszinsen bereits vom Kaufpreis, das heißt vom Nominalbetrag, abgezogen. Nach Ablauf der Festlegungsfrist wird der Nominalbetrag ausgezahlt. Beim Aufzinsungstyp werden die Zinsen dem Ausgabebetrag, der dem Nennbetrag entspricht, zugerechnet, mitverzinst und bei Fälligkeit mit ausgezahlt. Dieser Typ hat den Vorteil der sofortigen vollen Wiederanlage der Zinsen zum gleichen Zinssatz. Zins und Zinseszins bringen hier eine höhere Rendite.

Sparbriefe werden meist zu einem Nennbetrag von 50 Euro oder einem Vielfachen ausgegeben. Die Laufzeit beträgt in der Regel vier Jahre. Es gibt aber auch Angebote mit längerer oder kürzerer Laufzeit. Sie können – abgesehen von Briefen mit gestaffeltem Zins – nicht vorzeitig ausgezahlt werden.

Auf Tagesgeldkonten liegt Geld täglich verfügbar wie auf einem Girokonto, mit regelmäßigen Zinsen wie auf einem Sparbuch und zugleich rentabler als bei diesen beiden Varianten. Tagesgeldkonten bieten sich deshalb für das kurz- bis mittelfristige Parken von Geld an, etwa wenn eine Anlage fällig wird oder eine Rücklage für unvorhersehbare Zahlungen auf dem Konto stehen bleiben soll.

Nach Eröffnung eines Tagesgeldkontos kann der Anleger täglich Geld abbuchen oder einzahlen. Die Konditionen unterscheiden sich von Bank zu Bank. Der Anleger sollte aber auch hier die Einlagensicherung des Anbieters berücksichtigen. Die Verzinsung ist zumeist variabel und wird entsprechend der Marktlage – nach oben wie nach unten – angepasst.

Termineinlagen sind Gelder, die für einen bestimmten Zeitraum (bis zu einem bestimmten Termin) angelegt werden. Sie werden auch als Festgelder bezeichnet, weil der Sparer sein Geld für einen Zeitraum von einem Monat bis zu vier Jahren fest anlegt. Während der Laufzeit ändert sich der Zins nicht. Kunden können mit ihren Banken für das Ende der Befristung eine stillschweigende Verlängerung oder die Rückzahlung der Festgeldanlage vereinbaren.

Geldanlage in Wertpapieren

Geldanlage kann auch bedeuten, es dem Staat zu leihen oder in ein Unternehmen zu investieren. Die Rede ist von Anleihen oder Aktien. Investmentfonds bieten zudem die Möglichkeit, auch kleinere Anlagebeträge auf viele dieser Wertpapiere zu verteilen.

Vergleicht man Wertpapiere mit anderen Anlageformen wie Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld, so gibt es einen wesentlichen Unterschied: In der Regel werden Wertpapiere an der Börse gehandelt und unterliegen damit vielen Einflüssen, beispielsweise der Konjunktur, der Inflation oder schwankenden Währungskursen. Über einen längeren Zeitraum gesehen ist die Wertpapieranlage dadurch oftmals rentabler, zugleich ist sie auch risikoreicher. Daher sollte die Anlage in Wertpapieren immer Teil eines Gesamtkonzeptes sein, das auch andere Anlageformen umfasst.

Wer Wertpapiere über seine Bank kaufen möchte – für erfahrende Anleger gibt es daneben die Möglichkeit, eigenständig über Online Broker zu handeln –, vereinbart dazu ein Beratungsgespräch. Der Bankberater wird dabei neben den Anlagezielen auch zu bisherigen Erfahrungen mit Wertpapieren sowie den finanziellen Verhältnissen Fragen stellen. Nur auf Grundlage dieser Informationen kann er eine konkrete Anlageempfehlung abgeben.

Produktinformationsblätter

Um Kunden bei ihrer Entscheidung zu unterstützen, gibt die Bank ihnen verschiedene Informationen an die Hand, bei der Anlage in Wertpapieren unter anderen auch die so genannten Produktinformationsblätter. Darin werden wichtige Informationen zu einem Wertpapier knapp und verständlich auf wenigen Seiten aufgeführt. Neben Daten zur Produktbeschreibung, dem Preis und den Kurs- sowie Bonitätsrisiken enthält es auch die Kosten für das jeweilige Wertpapier.


Beratungsprotokoll

Nach Abschluss einer Anlageberatung erhalten Kunden ein Beratungsprotokoll. Es enthält Informationen über den Anlass der Beratung, die Dauer des Gesprächs, die persönliche Situation des Kunden, seine Wünsche sowie über alle von der Bank ausgesprochenen Empfehlungen. Kunden sollten im eigenen Interesse kritisch prüfen, ob das Protokoll den Inhalt des Beratungsgesprächs richtig wiedergibt. Wenn nicht, können sie widersprechen und um Berichtigung bitten. Grundsätzlich dient das Protokoll beiden Seiten als Erinnerungsstütze. Jeder Kunde kann so im Nachhinein erkennen, warum ihm ein bestimmtes Wertpapier empfohlen wurde. Zudem lässt sich leicht feststellen, ob ein empfohlenes Produkt auch den Anlagezielen des Kunden entspricht.

Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die auch als Rentenpapiere, Schuldverschreibungen oder Bonds bezeichnet werden. Sie haben eine feste oder variable Verzinsung sowie eine vorgegebene Laufzeit und Rückzahlungsform. Anleihen werden von öffentlichen Emittenten wie dem Bund, von Unternehmen und Kreditinstituten ausgegeben. Der Käufer einer Anleihe gewährt dem Emittenten quasi einen Kredit über einen vorher festgelegten Zeitraum. Die Laufzeiten reichen von einem Jahr bis zu 15 Jahren, einige laufen sogar noch länger.

Entscheidend ist bei Anleihen vor allem die Bonität des Emittenten, also seine Kreditwürdigkeit. Vor dem Kauf einer Anleihe sollte man sich darüber genau informieren. Grundsätzlich gilt: je höher der Zins oder die Rendite, desto größer das Risiko.

Bei Anleihen gibt es neben dem Zins eine weitere Ertragsquelle: Gewinnt die Anleihe während der Laufzeit an Wert, kann man beim Verkauf einen Gewinn erzielen. Viele Anleihen werden an der Börse notiert. Für die Kursentwicklung spielt auch die allgemeine Zinsentwicklung am Kapitalmarkt eine Rolle: Steigt der Marktzins, wird der Kurswert der Anleihe sinken, sinkt der Marktzins, steigt der Verkaufswert der Anleihe. Wie lässt sich dieser gegenläufige Zusammenhang erklären?

Wer eine Anleihe begibt und dabei den Zins (Kupon) festlegt, orientiert sich an den Zinsen für vergleichbare andere Anlagemöglichkeiten (Zinsniveau am Finanzmarkt). Andere Anbieter, die zu einem späteren Zeitpunkt eine Anleihe emittieren wollen, gehen ebenso vor und werden – da der Marktzins inzwischen zum Beispiel gesunken ist – einen niedrigeren Kupon anbieten.

Und nun kommen Angebot und Nachfrage ins Spiel, die auch an der Anleihebörse für den Preis bzw. Kurs maßgeblich sind: Wer ältere Anleihen kauft (Emission zu Zeiten allgemein höherer Zinsen), bekommt mehr Zinsen als für die neuere Emission im angenommenen Beispiel. Durch diesen Vorteil der „Altanleihe“ wird die Nachfrage danach steigen. An der Börse wird daraufhin der Kurs über 100 Prozent des Anleihe-Nennwertes steigen, den die Anleihe am Ende zurückzahlt. Wie gesagt: Allgemein sinkende Zinsen lassen den Kurs von Anleihen steigen – und umgekehrt.

Wer also Anleihen während der Laufzeit kauft oder verkauft, muss für die Berechnung der Rendite nicht nur den Kupon beachten, sondern auch den Kurs (ausgedrückt in Prozent des Nennwertes). Die Rendite nähert sich dabei dem jeweils aktuellen Marktzins an. Warten Anleger hingegen bis zum Ende der Laufzeit der Anleihe, spielen diese Kursbewegungen keine Rolle mehr. Der Rückzahlungsbetrag der Anleihe ist von Anfang an festgelegt – die Anleihe muss vom Emittenten zum Nennwert zurückgezahlt werden.

Bei Anleihen, die zum Beispiel die Bundesrepublik Deutschland begibt, handelt es sich um Staatsanleihen oder auch öffentliche Anleihen. Sie werden über die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur emittiert. Seit 2012 betreibt die Finanzagentur kein eigenes (neues) Privatkundengeschäft mehr. Privatanleger könnten weiterhin alle börsennotierten Bundeswertpapiere sowie unverzinslichen Schatzanweisungen über ihre Hausbank erwerben und dort in einem Depot verwahren. Für Bestandskunden der Finanzagentur werden alle bestehenden Einzelschuldbuchkonten bis zur Fälligkeit der darin verwalteten Bundeswertpapiere fortgeführt. Bundeswertpapiere für Privatanleger sind zum Beispiel:

  • Bundesanleihen: Sie nehmen eine zentrale Stellung am Kapitalmarkt ein. Die Konditionen der Bundesanleihen gelten als wichtiger Indikator für die Entwicklung des Zinsniveaus in Deutschland. Bundesanleihen werden vom Bund unregelmäßig, aber mehrmals pro Jahr ausgegeben. Sie sind mit einem festen Nominalzins ausgestattet, die Laufzeit beträgt zehn bzw. 30 Jahre. Da sie an der Börse gehandelt werden, sind bei einem Kauf/Verkauf während der Laufzeit auch gewisse Kursschwankungen zu beachten. Zum Ende der Laufzeit bekommt der Anleger aber den vollen Nennwert zurückgezahlt.
  • Bundesobligationen: Bundesobligationen werden vom Bund mit einer Laufzeit von fünf Jahren mit einem festen Nominalzins und variablen Ausgabekursen, die je nach Marktlage variieren, ausgegeben. Sie werden an der Börse gehandelt, können also während der Laufzeit zum aktuellen Kurswert gekauft bzw. verkauft werden. Kursschwankungen von Bundeswertpapieren sind dabei vergleichsweise gering. Die Rückzahlung erfolgt am Ende der Laufzeit immer zum Nennwert, also zu 100 Prozent.

 

Pfandbriefe zählen wie Bundeswertpapiere zu den besonders sicheren festverzinslichen Wertpapieren, da sie im Insolvenzfall des Emittenten (Schuldners) nicht in die Insolvenzmasse fallen und durch erstrangige Hypotheken oder Kredite an den öffentlichen Sektor abgesichert sind. Seit Juli 2005 können Pfandbriefe von allen Banken, die eine entsprechende Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten haben, emittiert werden.

Die Laufzeit von Pfandbriefen kann oftmals bis zu zehn Jahren oder mehr betragen. Die Zinsen werden jährlich gutgeschrieben. Bei Fälligkeit, also zum Ende der Laufzeit, wird der Pfandbrief zum vollen Nennwert eingelöst. Während der Laufzeit können Pfandbriefe an der Börse zum aktuellen Kurs gekauft oder verkauft werden, falls sie dort notiert sind.

Eine Aktie verbrieft einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft (AG). Der Aktionär wird somit Mitinhaber eines Unternehmens, das sich durch die Ausgabe von Aktien Eigenkapital beschafft.

Mit einer Aktie sind bestimmte Rechte verbunden, die durch das Aktiengesetz geschützt sind. Dies sind vor allem Vermögensrechte wie der Anspruch auf Gewinnausschüttung (Dividende) sowie Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen. Zudem ist der Aktionär berechtigt, in der Hauptversammlung des Unternehmens Auskünfte über die Geschäftsentwicklung zu verlangen sowie an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen. Diese Rechte kann er selbst wahrnehmen oder auf Bevollmächtigte übertragen.

Eine Investition in Aktien zählt zu den chancen-, aber auch risikoreicheren Formen der Geldanlage. Zum einen schwankt der Kurs an der Börse mitunter beträchtlich. Anleger sollten Zeit und auch eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen, um Kursschwankungen an der Börse aussitzen zu können. Zum anderen ist auch die Dividende nicht garantiert, diese kann geringer ausfallen als erwartet oder in schlechten Geschäftsjahren ganz ausgesetzt werden. Und es kann auch nicht ganz ausgeschlossen werden, dass eine Aktiengesellschaft insolvent wird – als Mitinhaber trägt der Aktionär das unternehmerische Risiko, kann also nicht unbedingt davon ausgehen, das eingesetzte Kapital zurückzuerhalten.

Mit einem ausgewogenen Aktiendepot, das Papiere verschiedener Unternehmen unterschiedlicher Branchen enthält, können Risiken gestreut werden. Für eine erfolgreiche Aktienanlage sind der richtige Zeitpunkt des Ein- und Ausstiegs entscheidend. Es gibt eine Reihe von Analysemethoden, die versuchen, einen „angemessenen“ Preis einer Aktie zu ermitteln, um auf diese Weise den besten Einstiegs- bzw. Ausstiegszeitpunkt zu finden. Dabei versucht man, möglichst viele Faktoren, die den Aktienkurs sowie die Marktentwicklung beeinflussen, zu berücksichtigen. Für den Anleger sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis und auch die Dividendenrendite wichtige Kennzahlen für die Auswahl der Aktien.

Genussscheine verbriefen in der Regel Gewinnansprüche an einem Unternehmen, ohne dabei mit Stimmrechten verbunden zu sein. Die konkreten Vermögensrechte sind in den jeweiligen Bedingungen des Genussscheins genannt.

Je nach Ausgestaltung ähneln Genussscheine mehr einer Aktie oder einem festverzinslichen Wertpapier. So gibt es Papiere, die eine feste Verzinsung bieten oder auch solche, deren Ausschüttung von der Ertragslage des jeweiligen Emittenten abhängt. Dementsprechend unterscheiden sich auch die mit einer Anlage in Genussscheine verbundenen Risiken. Beispielsweise können Anleger an eventuell entstehenden Verlusten des jeweiligen Unternehmens beteiligt sein, indem der eingesetzte Betrag nur teilweise zurückgezahlt wird.

In einem Investmentfonds bündelt eine Kapitalanlagegesellschaft die Gelder vieler Anleger, die in Aktien, Anleihen oder andere Vermögenswerte, wie zum Beispiel Immobilien, investiert werden. Ein Anleger wird durch seinen Fondsanteil Miteigentümer des Fondsvermögens. Der Wert eines Anteils entspricht dem Gesamtvermögen des Fonds dividiert durch alle ausgegebenen Anteile.

Über einen Sparplan können Anleger Fondsanteile auch regelmäßig kaufen. So ist es zum Beispiel monatlich möglich, einen kleineren Geldbetrag in einen Investmentfonds zu investieren. Allerdings unterliegen Fonds je nach Ausrichtung und Marktentwicklung Wertschwankungen. Anleger müssen deshalb auch eine gewisse Risikobereitschaft und Zeit mitbringen, damit eventuelle Kurstiefs auch „ausgesessen“ werden können.

Welcher Fonds für Anleger der richtige ist, hängt unter anderem von dessen Ausrichtung und der eigenen Risikobereitschaft ab. Man sollte sich in jedem Fall darüber informieren, in welche Wertpapiere oder auch andere Anlagewerte der Fonds investiert. Hier helfen neben den Verkaufsunterlagen auch die Produktinformationsblätter, in denen alle wichtigen Informationen zu Produktbeschreibung, Chancen und Risiken sowie Kosten zusammengestellt sind.

Grundsätzlich lassen sich folgende Typen von Investmentfonds unterscheiden:
 

  • Aktienfonds: Aktienfonds legen das Kapital der Anleger überwiegend in in- oder auch ausländischen Aktien an. Breit streuende Aktienfonds investieren dabei in die so genannten Standardwerte hoher Qualität – auch Blue Chips genannt – von Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Bei spezialisierten Aktienfonds konzentriert sich der Fondsmanager dagegen auf Unternehmen einer bestimmten Region oder Branche wie z.B. Energie, Rohstoffe oder auch Biotechnologie. Durch die Konzentration auf eine Region oder Branche ist das Risiko allerdings größer als bei einem über verschiedene Wirtschaftszweige breit streuenden Aktienfonds. Aktienfonds tragen in der Regel zwar ein größeres Risiko als Renten- oder Immobilienfonds, bieten dafür langfristig aber auch größere Ertragschancen. Wichtig ist auch, dass Anleger genau wie bei einer Direktanlage in Aktien nur das Geld investieren, das nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird. Dann müssen Anteile nicht in schlechten Börsenphasen verkauft werden, sondern man kann warten, bis sich die Kurse wieder besser entwickeln.
  • Rentenfonds: Rentenfonds investieren vor allem in verzinsliche Wertpapiere, wie zum Beispiel Staatsanleihen, Kommunalobligationen, Pfandbriefe, Wandel- oder Unternehmensanleihen. Klassische Rentenfonds sorgen bei der Auswahl der Rentenpapiere für eine breite Auswahl mit Papieren unterschiedlicher Zinssätze und (Rest-) Laufzeiten. Dabei werden meist festverzinsliche Wertpapiere mit guter und sehr guter Bonität des Emittenten ausgewählt. Es gibt aber auch Fonds, die sich auf bestimmte Marktsegmente konzentrieren, beispielweise nur in kurz oder lang laufende Rentenpapiere investieren. Die wichtigste Ertragskomponente bei Rentenfonds sind Zinseinnahmen. Aber auch die Kursentwicklung sowie die Entwicklung der Wechselkurse spielen eine wichtige Rolle. Denn auch festverzinsliche Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Diese fallen bei einem Rentenfonds durch den Mix aus verschiedenen Wertpapieren aber in der Regel geringer aus als im Vergleich zu den Schwankungen der Einzelwerte.
  • Mischfonds: Mischfonds legen das vom Anleger eingezahlte Kapital sowohl in Aktien als auch in verzinslichen Wertpapieren an. Je nach Marktlage und entsprechend der jeweiligen Vertragsbedingungen können Mischfonds den Schwerpunkt zwischen den beiden Anlageformen variieren. Bestimmte Fonds dürfen bei ihrer Portfoliozusammensetzung auch Immobilienwerte einbeziehen.
  • Immobilienfonds: Offene Immobilienfonds legen ihre Mittel in überwiegend gewerblich genutzten Objekten an. Das Portfolio besteht in der Regel aus zahlreichen Grundstücken bzw. Immobilien. Ein bestimmter Anteil des Vermögens wird auch in verzinslichen Wertpapieren gehalten. Zu Erträgen können Miet- und Zinseinnahmen sowie die – in der Regel steuerfreien – Wertsteigerungen der Immobilien führen. Der im Vergleich zu Aktien- und Rentenfonds meist höhere einmalige Ausgabeaufschlag kann sich bei Immobilienfonds über eine längere Anlagedauer amortisieren.
  • Geldmarktfonds: Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die das Kapital der Anleger auf dem Geldmarkt anlegen. Diese Anlagen dürfen eine (Rest-)Laufzeit von höchstens zwölf Monaten haben bzw. müssen ihre Verzinsung während der gesamten Laufzeit regelmäßig, mindestens aber einmal in zwölf Monaten, marktgerecht anpassen. Geldmarktfonds eignen sich zum Beispiel für das kurzfristige Parken von Geld, beispielsweise aus einer fälligen anderen Anlage.
  • Garantiefonds: Bei einem Garantiefonds wird dem Anleger die Rückzahlung seines Kapitals zu 100 Prozent oder zumindest einen bestimmten Prozentsatz garantiert. Garantiefonds haben eine feste Laufzeit, wobei die Garantie in der Regel nur für einen bestimmten Stichtag an deren Ende gilt. Zuvor kann der Kurs des Fonds sehr wohl schwanken. Verkauft der Anleger seine Anteile also vor dem festgelegten Zeitpunkt, kann auch ein Verlust eintreten. Als Preis für die Garantie muss der Anleger Abstriche bei der möglichen Rendite machen. So bilden Garantiefonds beispielsweise meist nicht im selben Umfang die Entwicklung des Aktienmarktes ab wie ein entsprechender Aktienfonds. Der Grund: Ein Teil des Fondsvermögens wird zur Absicherung zum Beispiel in festverzinslichen Wertpapieren angelegt.
  • Indexfonds: Börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) bilden einen Index (zum Beispiel den DAX, Euro Stoxx, Dow Jones) möglichst genau nach. Der Wert eines Indexfonds entwickelt sich damit praktisch genauso wie der Index. Anders als bei einem aktiv gemanagten Fonds entscheidet nicht das Management über die Zusammensetzung des Fonds, maßgeblich ist allein die Indexstruktur. Zu einer Neuordnung der Fondsinhalte kommt es nur dann, wenn sich auch die Zusammensetzung des Indexes oder die Gewichtung einzelner Werte ändert. Indexfonds werden deshalb auch als passiv gemanagte Fonds bezeichnet. Für die Anlegerentscheidung ist also der abgebildete Index ausschlaggebend: Länderindizes wie der DAX oder Dow Jones sind eine Zusammenstellung der größten börsennotierten Unternehmen eines Landes, während es auch Indizes für bestimmte Märkte (große oder kleine Unternehmen aus verschiedenen Regionen) oder auch Branchen gibt. Grundsätzlich unterschieden werden noch Kurs- oder Performance-Indices: Ein Kursindex spiegelt die reine Kursentwicklung der Aktien wieder, in einen Performance-Index werden auch die ausgeschütteten Dividenden oder andere Erträge mit hineingerechnet. Wird vom DAX gesprochen, ist in der Regel der Performance-Index gemeint. Indexfonds werden an der Börse gehandelt und können jederzeit gekauft und verkauft werden – im Unterschied zu herkömmlichen Fonds sogar mehrmals am Tag.

 

Zertifikate sind vergleichsweise neue und teilweise sehr komplexe Anlageprodukte. Es gibt sie in sehr vielen Ausgestaltungen, die mit unterschiedlichen Chancen und Risiken verbunden sind. Geeignet sind Zertifikate deshalb vor allem für Anleger, die bereits Erfahrungen mit Wertpapieren gesammelt haben. Denn Anleger sollten prinzipiell kein Wertpapier kaufen, das für sie unverständlich ist. Rechtlich gesehen sind Zertifikate Anleihen. Die Bonität des Zertifikateemittenten – sie gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der das Geld zurückzahlt wird – ist daher ein wichtiges Kriterium für eine Anlageentscheidung.

Die Wertentwicklung eines Zertifikats ist jeweils an die Entwicklung eines sogenannten Basiswerts geknüpft. Dieser Basiswert kann zum Beispiel eine Aktie, ein Index, ein Rohstoff oder eine Währung sein. Je nach Zertifikatetyp ergibt sich die Renditechance aus einer Bedingung, die an diesen Basiswert gestellt wird: Bei einem Bonus-Zertifikat zum Beispiel darf der zugrunde liegende Wert während der Laufzeit nicht unter eine festgelegte Schwelle sinken. Dann zahlt das Zertifikat am Ende der Laufzeit zusätzlich zum Nennwert einen Bonus aus.

Abgeltungsteuer und vermögenswirksame Leistungen

Wer mit Geld Geld verdient (Zinsen, Dividenden) muss es versteuern. Allerdings erst bei größeren Erträgen. Andererseits unterstützt der Staat das Sparen auch – ebenso wie viele Arbeitgeber, die Vermögenswirksame Leistungen bezahlen.

Bei Finanzentscheidungen sollten Sparer und Anleger auch steuerliche Aspekte berücksichtigen. Seit Anfang 2009 gibt es mit Einführung der Abgeltungsteuer nur noch einen einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent für alle Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne). Banken und Sparkassen ziehen die anfallende Steuer gleich bei der Gutschrift der Erträge ab. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer, sodass die endgültige Belastung bei 28 Prozent bis 29 Prozent liegen kann. Die Abgeltungsteuer fällt jedoch nur an, wenn der Sparer-Pauschbetrag in Höhe von insgesamt 801 Euro pro Person und Jahr überschritten wird. 


Freistellungsauftrag

Mit einem Freistellungsauftrag können Sparer ihre Bank beauftragen, dass ihnen Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrages von 801 Euro jährlich ohne Abzug der Abgeltungsteuer gutgeschrieben werden. Für zusammenveranlagte Ehepaare gilt das Doppelte. Seit 2010 können Eheleute zudem wählen, ob sie einen gemeinsamen Freistellungsauftrag bis zur Höhe des gemeinsamen Sparer-Pauschbetrages von 1.602 Euro oder Einzel-Freistellungsaufträge bis zu jeweils 801 Euro erteilen möchten. Einzel-Freistellungsaufträge gelten allerdings nicht für Gemeinschaftskonten und -depots. Sie kommen vor allem in Betracht, wenn Ehegatten getrennt steuerlich veranlagt werden.

Freistellungsaufträge können jederzeit geändert oder neu gestellt werden. Sinnvoll ist es, jeweils vor Jahresende zu prüfen, ob die frei gestellten Beträge auf Konten und Depots weiterhin optimal aufgeteilt sind. Denn wer mehrere Bankverbindungen hat, kann auch mehrere Aufträge erteilen. Dabei ist darauf zu achten, dass insgesamt 801 Euro pro Person nicht überschritten werden.
 

Nichtveranlagungsbescheinigung

Wer auf Grund seiner geringen Einkünfte (Grundfreibetrag 8.130 Euro im Jahr plus Sonderausgaben-Pauschbetrag 36 Euro) keine Einkommensteuer zahlt, unterliegt nicht der Abgeltungsteuer und kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV) beim Finanzamt beantragen. Liegt der Bank eine solche NV-Bescheinigung vor, kann sie Zinsen und andere Kapitalerträge in voller Höhe ohne Steuerabzug auszahlen – eben auch dann, wenn der Sparer-Pauschbetrag bereits überschritten ist. 

Anträge zur Ausstellung einer NV-Bescheinigung gibt es als Vordruck beim zuständigen Finanzamt. Der Antrag ist leicht auszufüllen: Für das Antragsjahr sind lediglich Angaben zum voraussichtlich zu versteuernden Einkommen zu machen. Das Finanzamt stellt eine NV-Bescheinigung jedem aus, der voraussichtlich keine Einkommensteuer zahlen muss. Diese Freistellung ist in der Regel drei Jahre gültig.
 

Steuern sparen mit Kindern

Steuern sparen kann man auch mit Kindern: Ihnen stehen genauso wie den Eltern jährliche Freibeträge bei der Einkommensbesteuerung zu. Auf Grund dieser Freibeträge sind für Kinder Zinsen und andere Einnahmen aus Kapitalvermögen derzeit bis zur Höhe von 8.967 Euro im Jahr steuerfrei, sofern sie nicht noch andere Einkünfte beziehen (Euro):

Grundfreibetrag  8.130     
Sparer-Pauschbetrag  801     
Sonderausgaben-Pauschbetrag 36     
Insgesamt steuerfrei (pro Kind) 8.967     

Die Schenkung von Kapitalvermögen an Kinder ist bis zu einer Summe in Höhe von 400.000 Euro schenkungsteuerfrei. Dieser Betrag gilt pro Kind und kann jeweils nach Ablauf von zehn Jahren erneut in Anspruch genommen werden. Eine Vermögensübertragung innerhalb der Familie wird aber nur anerkannt, wenn sie den bürgerlich-rechtlichen Vorschriften entspricht. Das heißt, Eltern können nicht mehr ohne weiteres auf Kapital und Zinsen für eigene Zwecke zurückgreifen, sobald sie ein Konto oder Depot auf den Namen eines Kindes einrichten. Ansonsten werden ihnen die Zinsen selbst zugerechnet.

Zu beachten ist auch, dass der Nachwuchs mit hohen Kapitaleinkünften eigene Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung zahlen muss. Auch für andere Fördermaßnahmen wie zum Beispiel BAföG müssen bestimmte Einkommens- und Vermögensgrenzen berücksichtigt werden.
 

Vermögenswirksame Leistungen

Für Berufsanfänger sind vermögenswirksame Leistungen (VL) des Arbeitgebers eine gute Möglichkeit für die erste Vermögensbildung. Vom VL-Sparen spricht man, wenn Arbeitnehmer Teile ihres Lohnes oder tarifvertragliche Leistungen nach dem Vermögensbildungsgesetz anlegen. Dies ist auch für Teilzeitkräfte möglich, die von ihrem Arbeitgeber anteilig VL-Leistungen bekommen. Sogar Studierende können profitieren – vorausgesetzt, sie jobben neben der Uni und ihr Arbeitgeber zahlt VL. Nicht jeder bekommt allerdings die VL in voller Höhe von seinem Arbeitgeber (40 Euro pro Monat). Wie hoch die monatliche VL-Überweisung ausfällt, hängt vom Tarifvertrag der Branche ab, in der der Anleger beschäftigt ist.
 

Arbeitnehmer-Sparzulage

Aber auch, wenn der Chef nichts dazugibt, kann man einen VL-Vertrag abschließen und veranlassen, dass der Arbeitgeber – in dem Fall aus dem eigenen Gehalt – in diesen direkt einzahlt (Einzahlung durch Arbeitgeber ist Grundprinzip bei VL). Denn dann legt unter Umständen der Staat mit der Arbeitnehmer-Sparzulage noch etwas obendrauf. Um die Arbeitnehmer-Sparzulage zu bekommen, muss der Sparer allerdings folgende Voraussetzungen erfüllen: Das Einkommen darf bestimmte Grenzen nicht überschreiten (17.900 Euro für Ledige/35.800 Euro für Verheiratete, bzw. 20.000 Euro/40.000 Euro, wenn in Aktienfonds angelegt wird). Und der Anleger muss einen Bausparvertrag oder einen VL-Sparvertrag zum Erwerb von Aktienfonds abschließen. Zudem gilt für die Sparbeträge eine gesetzliche Sperrfrist von sieben Jahren.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, erhalten VL-Bausparer vom Staat jährlich eine Förderung von neun Prozent für ihre Einzahlungen von 470 Euro, also bis zu 42 Euro. Alternativ oder auch zusätzlich können VL-Sparer einen Fondssparplan abschließen und bekommen 20 Prozent auf Spareinlagen von maximal 400 Euro, also bis zu 80 Euro im Jahr.