Finanzmärkte im Blick: Prognostiker haben sich geirrt

Wie gewohnt stellten Analysten und Fachwelt zum Jahreswechsel 2016/2017 Prognosen an, in welche Richtung sich die Märkte in den kommenden zwölf Monaten entwickeln werden – und lagen mit vielen ihrer Vorhersagen falsch. Anfang des Jahres etwa lautete die gängige Überlegung wie folgt: Der neugewählte US-Präsident Trump wird mit Milliarden-Investitionen, Deregulierungen und Steuererleichterungen die US-Wirtschaft ankurbeln. Das werde zu einem Anstieg der Inflation in den USA führen, woraufhin auch die US-Zinsen steigen werden. Ein Jahr später weiß man: Vieles ist bloße Ankündigung geblieben; folgerichtig blieb auch der größte Teil der von Experten vorhergesagten Entwicklungen an den Finanzmärkten aus. Die Inflationsrate in den USA etwa verharrt seit Monaten deutlich unterhalb der Marke von 2 Prozent. Die Zinsen amerikanischer Staatsanleihen sind ebenfalls nicht weiter gestiegen, haben sich von ihren Anfang 2017 erreichten Hochständen wieder leicht nach unten entfernt. Und auch der Dollar ist im Jahresverlauf nicht stärker geworden, sondern schwächer. Angesichts dieser Irrtümer wundert es nicht, dass die Fachleute mit ihren Vorhersagen für die Börse zum Großteil falsch lagen – allerdings auf kuriose Weise: Der vorhergesagte Aufschwung an der US-Börse wurde in der Realität deutlich übertroffen. Ein Blick auf die Prognosen, die Experten am Anfang des laufenden Jahres für die großen Aktienindizes abgegeben haben, macht das deutlich: Den US-Blue-Chip-Index Dow Jones sahen sie zum Jahresende 2017 bei knapp 20.200 Punkten. Tatsächlich steht der Dow aktuell bei mehr als 23.500 Punkten. Und auch für den Dax waren die Vorhersagen zu vorsichtig: Er lag kürzlich bei 13.500 Punkten und notiert aktuell bei rund 13.000. Die durchschnittliche Prognose vor einem Jahr lautete hingegen, er werde bis Ende 2017 nur moderat auf gut 11.600 Punkte steigen. Hauptgründe für die erfreuliche Entwicklung an der Börse dürften die robuste Weltwirtschaft sowie die zum Großteil positive Geschäftsentwicklung der Unternehmen gewesen sein.

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